Bergische Kaffeetafel
Die Bergische Kaffeetafel, die heute eine Attraktion für den Fremdenverkehr ist, war schon früher ein festliches Kaffeetrinken. In der Mundart wird sie als "Kaffeedrenken mit allem dröm und dran" bezeichnet. Was "dröm und dran" beinhaltete, hing von der historischen und von der familiären Situation ab. Die Reichhaltigkeit, die wir heute auf der Bergischen Kaffeetafel finden, war früher allenfalls in begüterten Familien üblich. Was allen Schichten der Bevölkerung gemein war, ist der Wert, den man der häuslichen Tischgemeinschaft beimaß. Dieses Fluidum von familiärer Gemütlichkeit hat die Bergische Kaffeetafel bis in die Gegenwart gewahrt. Man läßt sich also Zeit und genießt in der Gemeinschaft.
Irreführend ist es, von "der" Bergischen Kaffeetafel zu sprechen. Man vergißt die vielen Varianten, die sie in den verschiedenen Bereichen des Bergischen erhielt. Die bekannteste Zusammenstellung sieht folgendermaßen aus:

Auf einem eingedeckten Tisch, auf dem in der Mitte eine Dröppelminna für den Kaffee herausragt, befinden sich Waffeln, Korinthenweißbrot, Milchreisbrei, Butter, Quark, Roggenbrot, Zucker und Zimt und Apfel- oder Birnenkraut. Damit weist sie alle Leckerbissen auf, die die bäuerliche Eigenwirtschaft zu bieten vermochte. Angereichert wurde die Kaffeetafel, das war aber schon Luxus, durch festen Kuchen, Brezel, Zwieback und Eierkuchen. Als Brotaufstrich tauchten vereinzelt auch Honig oder Hartkäse auf. Die Bergische Kaffeetafel ist eine historische Kundgebung, denn jeder ihrer Bestandteile ist ein Hinweis auf die Lebensgewohnheiten und die Lebensbedingungen unserer bergischen Urgroßeltern.
Wir servieren die Bergische Kaffeetafel
ab 2 Personen wie folgt:


Frisch gebackene Waffel mit Milchreis, Zimt und Zucker
Schwarzbrot und Graubrot mit Butter, Käse und Aufschnitt
Rosinenstuten mit Pflaumenmus und Quark
Brezel oder Zwieback
Kaffee aus der Dröppelminna
und zum Abschluß einen Johannisbeer-Aufgesetzten
Preis pro Person € 14,00
Interessantes und Wissenswertes
Die Dröppelminna
Bereits vor Lebzeiten unserer Urgroßeltern gelangte die bauchige, birnenförmige Kanne aus Zinn, die mit einem Kränchen versehen ist und auf drei Füßen steht, von Holland nach Deutschland. Durch die zahlreichen Handelsbeziehungen zwischen bergischen Handwerksbetrieben und Holland fand sie vermutlich im 18. Jahrhundert ihren Weg ins Bergische und wurde in die Produktion der Zinngießer übernommen. Ihre große Verbreitung ließ ihre Herkunft immer mehr in Vergessenheit geraten. Auch Holland ist nicht das wahre Herkunftsland dieses wesentlichsten Requisits der Kaffeetafel. Durch Seefahrer soll die "Dröppelminna" aus dem fernen Osten eingeführt worden sein. Seefahrer hatten den Samowar, in dem Teewasser heiß gehalten wurde, in Rußland kennengelernt.
Die Waffel
Bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurde der Weizen nur in geringem Maße angebaut, darum wurde die Waffel meist aus Hafermehl hergestellt. Die aus Hafermehl, Wasser und Zucker oder Kraut und manchmal Eiern bereiteten Waffeln wurden zunächst in zangenartigen Eisen im offenen Herdfeuer gebacken. Während des 19. Jahrhunderts kam das Wendewaffeleisen auf. Nicht nur die Zubereitungsart wandelte sich - auch die Zutaten. Als in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Weizenanbau zunahm, verdrängten die besseren Weizenmehlwaffeln zunehmend die ursprünglich üblichen Hafermehlwaffeln.
Der Kaffee
Der Kaffee kam, wie die dafür vorgesehene Kanne, ebenfalls aus Holland und wurde zunächst nur in begüterten Familien genossen. Weniger wohlhabende kannten ihn nur an hohen Feiertagen und ersetzten ihn sonst durch den meist aus gebranntem Roggen- oder Gerstenmalz hergestellten Muckefuck. Mit zunehmendem Wohlstand eroberte sich der Kaffee seinen Platz auf der Bergischen Kaffeetafel.
Der Milchreis
Außer Kaffee und Dröppelminna verdanken unsere Vorfahren auch den Milchreis den regen Handelsbeziehungen zu Holland. Zunächst galt auch der Reis als Luxusartikel. Er wurde aber im Verlauf des 19. Jahrhunderts zu einem gebräuchlichen Lebensmittel in allen Haushalten. Den Milchreis gab man auf die Waffel und bestreute ihn mit Zucker und Zimt. Die in der Mitte zusammengeschlagene Waffel wurde aus der Hand gegessen. Auch für den auf der Kaffeetafel befindlichen Rosinen- oder Korinthenplatz galt der Milchreis als köstlicher Brotaufstrich.
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